Einleitung
Torfhaltige Blumenerde für Hobbygärten bestand 2025 in Deutschland im Schnitt zu 43 % aus Torf – nach 38 % im Jahr davor (Destatis, Torfstatistik 2025). Gleichzeitig stieg der Absatz torffreier Blumenerde um 84 % auf knapp 2,0 Mio. m³ (Destatis, Torfstatistik 2025). Österreich importiert jährlich über 100.000 t Torf, überwiegend für den Gartenbau, und hat für den Hobbybereich keine eigene Ausstiegsfrist (BML, Moorstrategie Österreich 2030+, 2022). Wir haben Daten des Statistischen Bundesamts, des Industrieverbands Garten, des deutschen Landwirtschaftsministeriums, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, des Thünen-Instituts und der österreichischen Moorstrategie sowie Dutzenden weiteren Primärquellen zusammengetragen, um diesen Bericht zu erstellen. Die Zahlen sind gerade jetzt relevant, weil 2026 das Jahr ist, in dem Hobbyerden in Deutschland laut Strategie torffrei sein sollten – und die amtliche Statistik für das letzte erfasste Jahr ein gespaltenes Bild zeigt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der Torfanteil in torfhaltiger Hobby-Blumenerde stieg in Deutschland von 38 % (2024) auf 43 % (2025) (Destatis, Torfstatistik 2025).
- Der Absatz torffreier Blumenerde wuchs 2025 um 84 % auf knapp 2,0 Mio. m³ (Destatis, Torfstatistik 2025).
- Rechnerisch war damit rund jede vierte Hobbyerde-Einheit 2024 torffrei, 2025 bereits rund 40 % (eigene Berechnung aus Destatis, Torfstatistik 2024 und 2025).
- Laut Branchenstatistik liegt der Torfanteil in deutschen Consumer-Erden seit 2024 unverändert bei 33 % – nach 61 % im Jahr 2019 (IVG/GGS, Absatzstatistik 2025; IVG via Stadt und Grün 2024).
- Die deutsche Substratindustrie verarbeitete 2025 4,3 Mio. m³ Torf, nach 4,7 Mio. m³ im Vorjahr (IVG/GGS, Absatzstatistik 2025).
- Im Erwerbsgartenbau sind nur 6 % der Substrate torffrei – unverändert gegenüber dem Vorjahr (IVG/GGS, Absatzstatistik 2025).
- Ziel der deutschen Torfminderungsstrategie: komplett torffreie Hobbyerden bis 2026, weitgehender Ersatz im Erwerbsgartenbau bis 2030 (FNR, Statustagung Torfminderung 2025).
- Österreich importiert über 100.000 t Torf pro Jahr und hat nur noch rund 30.000 ha intakte Moore (BML, Moorstrategie Österreich 2030+).
- Im letzten großen österreichischen Marktcheck enthielten 60 % von 290 Blumenerden Torf (Greenpeace Österreich, Marktcheck Blumenerde 2022).
- Entwässerte Moore verursachen in Deutschland rund 53 Mio. t CO₂-Äquivalente pro Jahr – über 7 % der Gesamtemissionen (DEHSt, Moore 2020).
- Nur 44 % der deutschen Erdenkäufer wissen um die negative Klimawirkung torfhaltiger Erde (FNR, Verbraucherumfrage 2025).
Welche Erden im eigenen Sortiment ganz ohne Torf auskommen, zeigt Garten Jünger im Beitrag Warum torffreie Erde besser ist.
1. Torfanteil in Blumenerde: was die amtliche Torfstatistik zeigt
Seit Dezember 2025 gibt es in Deutschland erstmals eine amtliche Statistik zum Inlandsabsatz von Blumenerden und Kultursubstraten; rund 120 Erhebungseinheiten melden dafür (Destatis, Torfstatistik 2025). Sie erfasst auch importierte Ware, aber keine Exporte.
1.1 Hobby-Blumenerde: mehr Torf pro Sack, aber weniger Säcke mit Torf
Die Schlagzeile „Torfanteil gestiegen” stimmt – aber nur für den Teil des Marktes, der überhaupt noch Torf enthält. Der torffreie Teil des Hobbymarkts hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt, während die Menge an beigemischtem Torf um rund 0,1 Mio. m³ sank. Der Markt spaltet sich also: Torffreie Erden wachsen, und die verbleibenden torfhaltigen Produkte werden wieder torfreicher. Für 2026 heißt das: Das Ziel „torffrei” ist verfehlt, die Richtung aber nicht umgekehrt.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Torfanteil in torfhaltiger Hobby-Blumenerde 2023 → 2024 → 2025 | 47 % → 38 % → 43 % | Destatis, PM Nr. 429 (2025); Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Hobby-Blumenerde gesamt 2024, davon torfhaltig | 4,6 Mio. m³, davon 77 % (2023: 78 % von 4,5 Mio. m³) | Destatis, PM Nr. 429 (2025) |
| Torfhaltige Hobby-Blumenerde 2025 | 3,0 Mio. m³ | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| In Hobby-Blumenerde beigemischter Torf 2023 → 2024 → 2025 | 1,7 → 1,4 → 1,3 Mio. m³ (2024: −18,4 %) | Destatis, PM Nr. 429 (2025); Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Absatz torffreier Hobby-Blumenerde 2024 → 2025 | 1,1 → knapp 2,0 Mio. m³ (+84 %) | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Rechnerischer Anteil torffreier Erde am Hobbymarkt 2024 → 2025 | rund 23 % → rund 40 % | Eigene Berechnung aus Destatis (2,0 ÷ [3,0 + 2,0]) |
Quelle: Statistisches Bundesamt – Mehr Torf in torfhaltigen Blumenerden und Kultursubstraten im Jahr 2025
1.2 Kultursubstrate im Erwerbsgartenbau: der Profimarkt stagniert
Im professionellen Gartenbau fehlt die Gegenbewegung, die den Hobbymarkt prägt. Torffreie Kultursubstrate verloren 2025 sogar 2,3 % Absatz, während der Torfanteil der torfhaltigen Substrate von 63 % auf 67 % stieg. Für das Ziel „weitgehender Ersatz bis 2030″ ist das der problematischere der beiden Befunde, weil Profisubstrate ohnehin von einem doppelt so hohen Torfniveau starten.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Kultursubstrate gesamt 2024, davon torfhaltig | 2,6 Mio. m³, davon 84 % (2023: 80 %) | Destatis, PM Nr. 429 (2025) |
| Torfanteil torfhaltiger Kultursubstrate 2023 → 2024 → 2025 | 72 % → 63 % → 67 % | Destatis, PM Nr. 429 (2025); Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Torfhaltige Kultursubstrate / darin enthaltener Torf 2024 → 2025 | 2,2 / 1,4 → 1,9 / 1,3 Mio. m³ (Torf 2023: 1,5 Mio. m³) | Destatis, PM Nr. 429 (2025); Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Absatz torffreier Kultursubstrate 2025 | 420.000 m³ (−2,3 %) | Destatis, Torfstatistik 2025 |
Quelle: Statistisches Bundesamt – Weniger Torf in Blumenerden und Kultursubstraten im Jahr 2024 (PM Nr. 429)
2. Die Branchensicht: 7,9 Millionen Kubikmeter Erde und 4,3 Millionen Kubikmeter Torf
Die Erdenindustrie zählt anders als das Statistische Bundesamt: Sie erfasst die Produktion ihrer Mitglieder einschließlich Export, aber ohne Importware. Ihr Consumer-Torfanteil von 33 % hat sich zwischen 2024 und 2025 nicht mehr bewegt – nach einem Rückgang um 28 Prozentpunkte seit 2019. Der Verband selbst spricht von einer Torfreduktion am Limit und verweist auf fehlende Rinde und knappen Qualitätskompost. Die Kurve flacht also genau in dem Jahr ab, in dem sie die Null erreichen sollte.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Abgesetzte Substrate und Erden aus deutscher Produktion 2025 | 7,9 Mio. m³ | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Davon Consumer-Blumenerden / Profisubstrate (jeweils Inland / Export) | 5,0 Mio. m³ (4,1 / 0,9) / gut 3 Mio. m³ (1,7 / 1,2) | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Ausgangsstoffe 2025: Torf / andere organische / mineralische | 4,3 (2024: 4,7) / 4,4 / 0,3 Mio. m³ | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Torfanteil Consumer-Erden Deutschland 2019 → 2022 → 2023 → 2024 → 2025 | 61 % → 43 % → 41 % → 33 % → 33 % | IVG via Stadt und Grün 2024; IVG 2025; IVG 2025; IVG/GGS 2026 |
| Anteil torffreier Erden am Consumer-Markt 2024 → 2025 | 23 % → 30 % | IVG 2025; IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Torfanteil Profisubstrate Inland / torffreie Profisubstrate 2025 | 61 % / 6 % | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
- Destatis: 38 % – bezogen nur auf torfhaltige Erden, Inlandsabsatz inklusive Importe.
- IVG/GGS: 33 % – bezogen auf alle Consumer-Erden aus deutscher Produktion, ohne Importe.
- BMLEH: andere Ausgangsstoffe als Torf „bis zu 41 %” – das würde rechnerisch einen Torfanteil von mindestens 59 % bedeuten und passt zu keiner der beiden Statistiken. Der Wert 41 % entspricht dem IVG-Torfanteil von 2023; eine Verwechslung liegt nahe, ist aber nicht belegt.
Wer sich im Regal zwischen torfreduziert und torffrei entscheiden muss, findet bei Garten Jünger eine Übersicht zur Universalblumenerde mit Angaben zur Zusammensetzung.
3. Torfausstieg 2026: Fristen in Deutschland, Absichten in Österreich
Der zentrale Unterschied zwischen beiden Ländern liegt nicht in den Zahlen, sondern in der Verbindlichkeit. Deutschland hat eine konkrete Jahreszahl für den Hobbybereich, die allerdings auf freiwilligen Verzicht der Branche setzt; Österreich formuliert eine Richtung ohne Frist. Ein gesetzliches Torfverbot existiert in keinem der beiden Länder, und die Erdenindustrie hält ein solches nach eigener Aussage auch nicht für juristisch darstellbar (IVG, Torf in Gartenerden 2025). Dass das Ziel 2026 trotzdem nicht folgenlos bleibt, zeigen die Modellbetriebe: Wo Umstellung begleitet wird, gelingt sie überwiegend.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Zieljahr torffreie Hobbyerden Deutschland | 2026 | FNR, Statustagung Torfminderung 2025 |
| Zieljahr weitgehender Torfersatz im Erwerbsgartenbau Deutschland | 2030 | FNR, Statustagung Torfminderung 2025 |
| Grundlage der deutschen Strategie | freiwilliger Verzicht aller Beteiligten, kein Verbot | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Modellbetriebe im Zierpflanzenbau mit max. 50 Vol.-% Torf (Projekt TerZ, Stand 10/2021) | 22 von 24 | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Kommunen in Deutschland, die keine torfhaltigen Erden mehr verwenden | 46 % | FNR, Umfrage Torfnutzung in Kommunen 2023 |
| Kommunen mit Torfreduktion als Beschaffungskriterium | rund 50 % | FNR, Umfrage Torfnutzung in Kommunen 2023 |
| Österreich: Branchenziel Torfanteil in Produktionserden bis 2030 | 50 % (Bundesverband der Österreichischen Gärtner) | BML, Moorstrategie Österreich 2030+ |
4. Torf in Österreich: Importe, Moore und das Regal
Österreich baut kaum eigenen Torf ab und ist deshalb fast vollständig auf Importe angewiesen. Eine amtliche Absatzstatistik wie in Deutschland fehlt; die Lage muss aus Strategiepapieren, Handelsdaten und Marktchecks zusammengesetzt werden.
4.1 Importe und Moorflächen
Die Torfnachfrage in Österreich verlagert die Umweltkosten über die Grenze. Knapp die Hälfte des importierten Gartenbautorfs stammt aus Deutschland, ein weiteres gutes Drittel aus dem Baltikum – also aus genau den Mooren, deren Abbau Deutschland selbst zurückfahren will. Im Inland ist die Moorfläche bereits auf einen Rest geschrumpft.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Torfimporte Österreich pro Jahr | über 100.000 t, vor allem für den Gartenbau | BML, Moorstrategie Österreich 2030+ (2022) |
| Torfimporte Gartenbau 2020, Herkunft | 120.000 t; rund 45 % aus Deutschland, 35 % aus dem Baltikum | Greenpeace Österreich, Marktcheck 2022 |
| Intakte Moore in Österreich | rund 30.000 ha | BML, Moorstrategie Österreich 2030+ |
| Entwässerte, land- und forstwirtschaftlich genutzte Torfböden | mindestens 40.000-50.000 ha | BML, Moorstrategie Österreich 2030+ |
| Streuwiesen-Fläche 1960 → 2016 | 24.242 → 5.701 ha (−77 %) | BML, Moorstrategie Österreich 2030+ |
4.2 Was im österreichischen Regal steht
Die Kennzeichnung ist in Österreich das eigentliche Problem, nicht das Angebot. Auch Bio-Erden enthielten im VKI-Test Torf – 2 von 8 Bio-Produkten, weil „Bio” bei Kultursubstraten rechtlich nicht definiert ist. Verlässlich torffrei ist nur das Umweltzeichen UZ 32, das Torf vollständig ausschließt.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Geprüfte Blumenerden / davon torfhaltig | 290 / 60 % | Greenpeace Österreich, Marktcheck Blumenerde 2022 |
| Maximaler Torfanteil in als „torfreduziert” beworbenen Erden | bis zu 70 % | Greenpeace Österreich, Marktcheck Blumenerde 2022 |
| Torffreie Erden im VKI-Test 2019 | 11 von 19 | VKI, Test Blumenerde 2019 |
| Bio-Erden mit Torf im VKI-Test 2020 | 2 von 8 | VKI, Test Blumenerde 2020 |
| Unterfüllte Säcke im VKI-Test 2020 | 14 von 16 | VKI, Test Blumenerde 2020 |
| Torfanforderung Umweltzeichen UZ 32 (Version 8, gültig ab 1.1.2024) | Torf generell ausgeschlossen | Österreichisches Umweltzeichen, Richtlinie UZ 32 (2024) |
Für Beete und Hochbeete führt Garten Jünger eigene Sortimente an Gartenerde und Kräuter-, Obst- & Gemüse-Erde, bei denen sich der Blick auf die Deklaration nach diesen Zahlen lohnt.
Quelle: Greenpeace Österreich – Marktcheck: Blumenerde unter der Lupe
5. Torfersatzstoffe: Kompost, Holzfaser und die knappe Rinde
Torf wird in Deutschland vor allem durch Grünkompost und Holzfasern ersetzt; Rinde spielt mengenmäßig eine kleinere Rolle, ist aber knapp. Grünkompost allein deckt mit rund 1,53 Mio. m³ pro Jahr mehr Volumen ab als alle anderen Ersatzstoffe zusammen. Die Abhängigkeit verschiebt sich dadurch vom Moor zur Forstwirtschaft und zur Bioabfallsammlung: Sägewerke, die wegen Käferholz und Nachfragerückgang drosseln, liefern weniger Rinde für Rindenhumus und Rindenmulch.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Grünkompost in der Substratherstellung | ca. 1.530.000 m³ pro Jahr | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Holzfaser/Holz | ca. 887.000 m³ pro Jahr | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Rindenhumus | ca. 270.000 m³ pro Jahr | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Kokosprodukte / mineralische Stoffe (Perlite, Ton, Blähton) | ca. 130.000 / 191.000 m³ pro Jahr | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Häufigste Torfersatzstoffe in Kommunen: Grünkompost / Rindenhumus / Holzfaser | 66 % / 57 % / 35 % | FNR, Umfrage Torfnutzung in Kommunen 2023 |
| Deutsche Sägewerke mit Produktionskürzungen (Rindenengpass 2023) | 95 % der Einschnittkapazität betroffen | IVG/GGS via Motorist, August 2023 |
| Mindestanteil Rindenhumus in „Rindenkultursubstrat” (Zweikomponenten-Mischung) | 50 % (v/v) | IVG, Substratbuch: Rindenhumus |
Quelle: BMLEH – Alternative Ausgangsstoffe für die Substratherstellung
6. Torf, Moore und Klima: die Größenordnungen
Torf aus Blumenerde ist ein kleiner, aber sichtbarer Teil eines großen Emissionsblocks. Entwässerte Moore emittieren in Deutschland je nach Rechnung 25- bis 50-mal so viel CO₂-Äquivalente wie Torfabbau und Torfnutzung im Gartenbau (eigene Berechnung: 53 ÷ 2,1 bzw. 53 ÷ 1 Mio. t). Daraus folgt nicht, dass Torf in der Erde egal ist – jeder abgebaute Kubikmeter setzt eine trockengelegte Abbaufläche voraus -, aber es erklärt, warum die Erdenindustrie auf Moorwiedervernässung statt Erdenregulierung verweist.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Moorfläche Deutschland / davon entwässert | ca. 1,86 Mio. ha (rund 5 % der Landfläche) / über 90 % | DEHSt, Moore (Daten 2020) |
| Emissionen entwässerter Moore Deutschland 2020 | ca. 53 Mio. t CO₂-Äq. (über 7 % der Gesamtemissionen) | DEHSt, Moore (Daten 2020) |
| Emissionen aus Torfabbau und -nutzung im Gartenbau 2018 | über 2,1 Mio. t CO₂-Äq. | Thünen-Institut, Substitution von Torf in Kultursubstraten |
| Emissionen aus Torfabbau und -nutzung 2023 (Branchenrechnung) | rund 1 Mio. t CO₂-Äq. | IVG, Emissionen aus der Torfnutzung (2025) |
| Torfabbaufläche Deutschland | unter 8.000 ha | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Torfabbau aus deutschen Lagerstätten 2005 → 2019 | ca. 8 → 4,7 Mio. m³ | BMLEH, Torfverwendung reduzieren (2026) |
| Importierter Torf für die deutsche Substratproduktion 2023 | ca. 3 Mio. m³ (rund 50 % des Torfeinsatzes) | IVG, Emissionen aus der Torfnutzung (2025) |
| Voraussichtliche Erschöpfung inländischer Torfvorräte | um 2040 | Thünen-Institut, Substitution von Torf in Kultursubstraten |
- Emissionen der Torfnutzung: Thünen-Institut über 2,1 Mio. t (2018), IVG rund 1 Mio. t (2023). Neben fünf Jahren Abstand rechnet der IVG mit den gesunkenen Torfanteilen – beide Werte stehen hier nebeneinander.
- Moorfläche: DEHSt rund 1,86 Mio. ha, Thünen-Institut rund 1,4 Mio. ha. Die Abweichung geht auf unterschiedliche Abgrenzungen organischer Böden zurück.
- Inlandsabbau: BMLEH nennt 4,7 Mio. m³ für 2019, das Thünen-Institut 3,8 Mio. m³ für 2018.
Quelle: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt – Moore
7. Was Hobbygärtner über Torf wissen
Der Torfausstieg im Hobbybereich entscheidet sich an der Kasse, und dort ist das Wissen noch lückenhaft. Jeder vierte Erdenkäufer in Deutschland hält Torf weiterhin für einen nachwachsenden Rohstoff. Die wichtigsten Vorbehalte gegen torffreie Erde betreffen Trauermücken, Fremdstoffe und Wuchs.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Erdenkäufer, die Torf als fossilen Rohstoff einordnen / als nachwachsend | 50 % / 26 % | FNR, Verbraucherumfrage 2025 (n = 1.024) |
| Kennen die negative Klimawirkung torfhaltiger Erde | 44 % | FNR, Verbraucherumfrage 2025 |
| Halten torffreie Erde für wichtig für den Klimaschutz | 57 % | FNR, Verbraucherumfrage 2025 |
| Genannte Probleme mit Torfersatz: Schädlinge / Verunreinigungen / schlechtes Wachstum | 54 % / 50 % / 48 % | FNR, Verbraucherumfrage 2025 |
| Kommunale Grünflächenämter, die Torf als fossil einstufen | 73 % | FNR, Umfrage Torfnutzung in Kommunen 2023 |
Quelle: FNR-Verbraucherumfrage: Bewusstsein für torffreies Gärtnern wächst
Torf & Blumenerde in Zahlen: Zusammenfassungstabelle
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Torfanteil torfhaltiger Hobby-Blumenerde DE 2023 / 2024 / 2025 | 47 % / 38 % / 43 % | Destatis, Torfstatistik |
| Absatz torffreier Hobby-Blumenerde DE 2025 | knapp 2,0 Mio. m³ (+84 %) | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Torf in Hobby-Blumenerde DE 2025 | 1,3 Mio. m³ | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Rechnerischer Anteil torffreier Erde am Hobbymarkt DE 2025 | rund 40 % | Eigene Berechnung aus Destatis |
| Torfanteil torfhaltiger Kultursubstrate DE 2025 | 67 % | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Torffreie Kultursubstrate DE 2025 | 420.000 m³ (−2,3 %) | Destatis, Torfstatistik 2025 |
| Torfanteil Consumer-Erden (Branche) 2019 / 2025 | 61 % / 33 % | IVG; IVG/GGS 2026 |
| Torfeinsatz Substratproduktion DE 2025 | 4,3 Mio. m³ (2024: 4,7) | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Torffreie Erden am Consumer- / Profimarkt 2025 | 30 % / 6 % | IVG/GGS, Absatzstatistik 2025 |
| Zieljahr torffreie Hobbyerden DE | 2026 | FNR, Statustagung 2025 |
| Kommunen DE ohne torfhaltige Erden | 46 % | FNR, Kommunenumfrage 2023 |
| Torfimporte Österreich | über 100.000 t pro Jahr | BML, Moorstrategie 2030+ |
| Intakte Moore Österreich | rund 30.000 ha | BML, Moorstrategie 2030+ |
| Torfhaltige Blumenerden im AT-Marktcheck | 60 % von 290 | Greenpeace Österreich 2022 |
| Branchenziel Torfanteil Produktionserden AT 2030 | 50 % | BML, Moorstrategie 2030+ |
| Grünkompost in der Substratherstellung DE | ca. 1,53 Mio. m³ pro Jahr | BMLEH 2026 |
| Emissionen entwässerter Moore DE | ca. 53 Mio. t CO₂-Äq. (über 7 %) | DEHSt, Daten 2020 |
| Emissionen der Torfnutzung DE 2018 / 2023 | über 2,1 / rund 1 Mio. t CO₂-Äq. | Thünen-Institut; IVG 2025 |
| Erdenkäufer, die Torf für nachwachsend halten | 26 % | FNR, Verbraucherumfrage 2025 |
Methodik und Quellen
Für diesen Bericht wurden amtliche Statistiken, Strategiepapiere von Ministerien, Verbandsstatistiken mit offengelegter Erhebungsgrundlage, Forschungsberichte und Verbrauchertests als Primärquellen herangezogen; Sekundärberichte dienten nur zum Auffinden der Originale und wurden dort zitiert, wo das Original nicht erreichbar war. Widersprüche zwischen amtlicher und Branchenstatistik sind im Text benannt statt aufgelöst, eigene Berechnungen sind als solche gekennzeichnet, und Daten, die älter als drei Jahre sind, sind als aktuellste verfügbare Daten ausgewiesen.
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Mehr Torf in torfhaltigen Blumenerden und Kultursubstraten im Jahr 2025, 26. August 2026
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 429, Weniger Torf in Blumenerden und Kultursubstraten im Jahr 2024, 1. Dezember 2025
- Industrieverband Garten (IVG) / Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS): Absatzzahlen der Substratbranche auch 2025 konstant, Mai 2026
- IVG: Torf in Gartenerden – Perspektiven für einen wertvollen Rohstoff, April 2025
- IVG: Produktionsmengen und Absatzzahlen der Substratbranche 2024 konstant, März 2025
- IVG: Emissionen aus Torfabbau und Torfnutzung im Gartenbau, Januar 2025
- IVG: Substratbuch – Rindenhumus
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Torfverwendung reduzieren – Klima schützen, Stand 2026
- BMEL: Torffrei gärtnern, Klima schützen – Die Torfminderungsstrategie des BMEL, 2022
- Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR): Statustagung Torfminderung im Gartenbau, März 2025
- FNR: Umfrage Torfnutzung in Kommunen 2023
- FNR: Verbraucherumfrage zum torffreien Gärtnern 2025 (via infoGmbH)
- Stadt und Grün: Öffentlicher und privater Gartenbau – wie realistisch ist die Torfreduktion?, Februar 2024 (IVG-Zeitreihe 2019-2022)
- Thünen-Institut: Substitution von Torf in Kultursubstraten im Gartenbau
- Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt): Moore
- IVG/GGS via Motorist: Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus gefährdet, August 2023
- Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BML): Moorstrategie Österreich 2030+, 2022, Nachdruck 2024
- Greenpeace Österreich: Marktcheck Blumenerde, März 2022
- Verein für Konsumenteninformation (VKI): Test Blumenerde, April 2019
- VKI: Test Blumenerde, Mai 2020
- Österreichisches Umweltzeichen: Richtlinie UZ 32 Torffreie Kultursubstrate, Bodenhilfsstoffe, Version 8, 2024
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
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